Die Energiewende wird Einfluss auf das Kauf- und Reiseverhalten von Campern nehmen. Wie die Auswirkungen daraus aussehen könnten, wird in diesem Beitrag beschrieben.

 

Fünf vor zwölf war es bereits Gestern

Auf Dürrezeiten folgen Starkregen und Stürme, die Folgen solcher Wettereskapaden sind teils verheerend. Der seit langem prognostizierte Klimawandel ist längst im Gange und die Folgen erschweren unsere Lebensbedingungen teils drastisch. Dass wir etwas an unserem Lebensstil zu ändern haben, ist eigentlich kein Diskussionsthema mehr. Der Klimawandel ist ebenso stetes Thema in der Politik und die dort gefassten Beschlüsse werden für Camper höchstwahrscheinlich nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Fahrzeughersteller kündigen das Ende des Verbrennungsmotors an

Indirekt sind sie es schon, in dem große Fahrzeughersteller, wie zum Beispiel Audi oder Volvo, den Verbrennungsmotor in naher Zukunft nicht mehr anbieten werden. Andere Hersteller werden dem Beispiel sicherlich bald folgen. Damit ist bereits jetzt klar, dass der Radius eines Gespannes sich reduzieren wird, beziehungsweise das Reisen mit energiezehrenden Wohnanhängern schwieriger wird.

Veränderungen bereits in naher Zukunft

In meinem Beitrag “die Zukunft von Wohnwagen” habe ich bereits einige Zukunftsperspektiven skaliert, nach weiteren Gesprächen mit Leuten aus der Branche bin ich mir mittlerweile sicher, dass sich Veränderungen im Kaufverhalten und im Fahrzeugangebot, schon in naher Zukunft, einstellen werden.

Die Entfernungen bei Reisen mit dem Wohnwagen werden sicherlich kürzer, sogar wesentlich kürzer. Der Energieverbrauch, der zum Transport eines hohen und eventuell schweren Wohnanhängers nötig ist, ist schlicht zu hoch. Doch Wohnwagen können wunderbar als stationäre Behausungen eingesetzt werden, um zum Beispiel eine Region ausführlich zu erkunden. Ist die Neugier auf das Gebiet gestillt, wird der Wohni einfach an den nächsten Ort transportiert. Um maximalen Komfort genießen zu können, dürfen entsprechende Wohnwagen gern auch größer ausfallen. Hersteller wie Sprite oder Kabe reagieren bereits auf diesen Umstand und bieten mit dem Cruzer 550SR oder dem 740 GLD geräumige Wohnwagen an. Dass auch manch ein Camper so denken könnte, mache ich an dem Interesse an meinen Beiträgen über große Wohnwagen fest.

Umweltfreunliche Campingreisen durch Reduktion

Für umweltfreundliche Campingreisen bedarf es Lösungen, die weniger energiehungrig sind. Sparsame Transporteinheiten sind gefragt, die wenig Schadstoffe ausstoßen. Faltbare Wohnwagen, beziehungsweise Zeltanhänger, stellen eine Lösung dar, die uns das Reisen zu entfernten Zielen auch in Zukunft möglich machen könnten.
Zurück zum Camping mit all seinen Attributen, die auch von Bescheidenheit und Verzicht geprägt sind. Denn so war Camping noch vor einigen Jahren, bevor es zum Wechsel zu großdimensionierten Fahrzeugen kam, die immer schwerer und ausladender wurden. Und seien wir doch einmal ehrlich zu uns selbst: Braucht es in der kurzen Phase eines Urlaubs wirklich einen Palast auf Rädern? Eher nicht. Wer sich so etwas wünscht, sollte lieber eine luxuriöse Ferienwohnung mieten.

Neue Chance nutzen

Das alles klingt beschwerlich, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Es ist eher wieder basisorientiertes Reisen mit der Würze von Freiheit und Abendteuer des nicht Perfekten. Situativ handeln und wenn nötig improvisieren, anstatt auf alles materiell vorbereitet zu sein. Es gilt für jeden von uns abzuwägen, in wie weit wir uns der gegeben Situation stellen und neuen Ansätzen öffnen. Ich freue mich auf diese Herausforderungen.